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		<title>Rezension: Krieg gegen die Köpfe von Thilo Baum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2026 06:42:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
		<category><![CDATA[Desinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Fake News]]></category>
		<category><![CDATA[Radikalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[Krieg, Zerstörung und Gehirnwäsche. Der Titel des 2026 von dem Redakteur und Speaker Thilo Baum veröffentlichten Werks zeichnet das alarmierende Bild eines Angriffs auf die Demokratie und adressiert auf seiner Rückseite alle, „die nicht länger zusehen wollen, wie unsere Gesellschaft zerstört wird“. Von Anfang an ist der Ton des Buchs schnörkellos, direkt und zielorientiert. So]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Krieg, Zerstörung und Gehirnwäsche. Der Titel des 2026 von dem Redakteur und Speaker Thilo Baum veröffentlichten Werks zeichnet das alarmierende Bild eines Angriffs auf die Demokratie und adressiert auf seiner Rückseite alle, „die nicht länger zusehen wollen, wie unsere Gesellschaft zerstört wird“. Von Anfang an ist der Ton des Buchs schnörkellos, direkt und zielorientiert. So ist auch die Zielgruppe von Baum realistisch abgesteckt. Für alle Menschen, die sich erreichen und zum Nachdenken anregen lassen, die unsere demokratischen Grundsätze schützen und die Informationskompetenz lernen und vermitteln wollen, soll Krieg gegen die Köpfe als Orientierungshilfe und Ressource dienen.</p>
<p>Bei dem Aufbau des Buchs hält sich Baum an seine Devise, dass sich konstruktive Gespräche nur führen lassen, wenn man sich auf gemeinsame Grundlagen einigen kann. Er fängt ganz am Anfang an: Was sind Wahrheit und Lüge, Meinungen oder Fakten? Wie treffen wir Entscheidungen und ordnen Informationen ein? Und was ist eigentlich mit unserem höchsten Gut, der Meinungsfreiheit? Auch eine Einführung in die Wissenschaft und den Prozess des Erkenntnisgewinns darf nicht fehlen. Für den Kern des Buchs zahlt sich dieser gründliche Aufbau eines soliden Fundaments aus. So lässt sich auch nachvollziehen, warum der Titel des Buchs letztlich keine Übertreibung ist. Baum schildert die programmatische Verwendung von Desinformationen als Waffe zur Unterwanderung der Demokratie und geht auf Prozesse der Radikalisierung ein.</p>
<p>Insgesamt ergibt sich aus dieser Struktur eine klar nachvollziehbare Argumentationslinie, gestützt von pragmatischen Definitionen und einer „alltagsphilosophischen“ Grundlage, der auch Laien problemlos folgen können. Der Inhalt wird stets mit hochaktuellen Ereignissen verknüpft, sei es der Fall Brosius-Gersdorf oder politische Entwicklungen in den USA. Andere Alltagsbezüge wie Homöopathie oder Verschwörungsmythen rund um Impfungen bewähren sich als Beispiele, die seit Jahren nicht an Brisanz verloren haben. Besonders effektiv erweist sich diese Methode, wenn es um den intentionalen Einsatz von Desinformation zur Untergrabung der Demokratie geht. Erst zitiert Baum im fünften Kapitel Aussagen Goebbels dazu, dass die Demokratie „ihren Todfeinden die Mittel selber stellte, durch die sie vernichtet wurde“, dann folgt das weniger eloquente Motto des ehemaligen Trump-Beraters Steve Bannon: „Flood the zone with shit“. Letzteres fordert zur absichtlichen Invasion der Öffentlichkeit mit Desinformationen auf. Was Baums Argumentation noch hätte unterstützen können, wäre ein Blick auf die heutigen Werkzeuge der Desinformation. Algorithmen auf sozialen Mediennetzwerken, KI-generierte Bilder und Videos oder Bots beschleunigen die Verbreitung von Desinformationen und Verschwörungserzählungen und überfluten den digitalen Austausch ganz nach dem Motto Bannons.</p>
<p>So eröffnet und verknüpft Baum ein Thema nach dem anderen; mal inhaltlich vereinfacht, aber stets alltagsnah und zugänglich. Dabei gelingt ihm der Balanceakt, komplexe Inhalte mit einem engagierenden, leicht verständlichen Schreibstil darzustellen. Zitate von Arendt, Kant und Popper werden oft sowohl im Originaltext wiedergegeben als auch vereinfacht und modernisiert „übersetzt“. Definitionen von Fachbegriffen sind pragmatisch und funktionell; die Kapitel kurz und kompakt. Es ist klar, dass Krieg gegen die Köpfe etwas Wichtiges kommunizieren will, und zwar dringend. Dadurch wirkt das Werk ab und zu etwas ungeschliffen, trifft aber immer wieder zielgenau den Punkt und ist sich unmissverständlich sicher in seiner ambitionierten Aufgabe, die Demokratie zu stärken und zu schützen.</p>
<p>An diejenigen, die diese Prämisse nicht teilen, verschwendet Baum auch keine Überzeugungskraft. Damit schreckt das Buch nicht vor einer Realität zurück, in der sich Gesellschaften spalten, Radikalisierte oft nicht mehr zu erreichen sind und fast jede:r eine Person kennt, mit der eine konstruktive Diskussion nicht mehr möglich ist. Dass diese unwahrscheinlichen Leser:innen von vorneherein abgeschrieben werden, schlägt sich allerdings auch in der Sprache nieder. „Manche sind auch nicht in der Lage einer Gedankenführung zu folgen“, schreibt Baum, „sie werden wir möglicherweise nicht erreichen“ (75). Mit Aussagen wie der, dass hier ein „Krieg der Einfalt und der Dummheit gegen Klugheit“ geführt werde und „nützliche Idioten […] sich haben radikalisieren lassen und mangels Informationskompetenz Blödsinn nachplappern“ (132), ist das auch zu bezweifeln. Die kleinen Seitenhiebe wirken auf den ersten Blick harmlos und genugtuend, überschreiten jedoch eine Grenze, wenn angenommen wird, dass sich Menschen radikalisieren lassen und belogen werden wollen (36). Erst zum Ende des Buchs wird den „Opfern der Demagogie“ ein wenig Verständnis entgegengebracht, wenn Motive, Ursachen und Denkfehler erläutert werden (163f.). Gerade weil sich Baum an die noch Erreichbaren richtet, wäre ein Hinweis dazu angebracht, dass nicht vorrangig sachliche Argumente und treffende Denkübungen überzeugen, sondern persönliche Bindungen und Erlebnisse. Oft sind diese für die Betroffenen die letzte Brücke zur realen Welt, die, wenn möglich, offengehalten werden sollte.</p>
<p>Baums neuestes Werk nimmt also kein Blatt vor den Mund und verfolgt zielstrebig eine klare Mission: Informationskompetenz vermitteln und demokratische Grundsätze stärken. Zu diesem Zweck erläutert es grundlegende Schlüsselkonzepte, klärt über Denkfehler, Manipulationstaktiken, unsachliche Diskussionsstrategien und das Vokabular der „alternativen Medien“ auf und liefert die ein oder andere interessante Denkaufgabe. Das Gesamtpaket überzeugt mit seinem Durchblick, seiner unbeschönigten Auseinandersetzung mit unserer verworrenen, reizüberfluteten Gegenwart und durch die schiere Notwendigkeit der vermittelten Tipps und Fähigkeiten. Es ist ein Buch, das geschrieben werden musste, und eine essenzielle Ressource in einer postfaktischen Zeit.</p>
<p style="text-align: right;">Von Nastja Teichrib</p>
<blockquote><p>Literatur:</p></blockquote>
<p>Baum, Thilo (2026): Krieg gegen die Köpfe. Wie Desinformation die Demokratie zerstört und wie wir die Gehirnwäsche aufhalten, Langenfeld: Relevanz.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Hilfe bei Erbschleicherei</title>
		<link>https://zebra-bw.com/news/hilfe-bei-erbschleicherei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 07:55:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[Erbschleicherei]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Vorsorgevollmacht]]></category>
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					<description><![CDATA[Im folgenden stellt Schwester Bernadette ihr Hilfsangebot zum Thema „Missbrauch von Vorsorgevollmachten“ vor: Seit 2010 beschäftige ich mich als Seelsorgerin mit dem Thema Missbrauch von Vorsorgevollmachten und dem finanziellen Missbrauch vulnerabler Personen. Auslöser war ein persönliches Erlebnis damit. Das Thema ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Mir scheint, dass es noch zu wenig in der Gesellschaft angekommen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im folgenden stellt Schwester Bernadette ihr Hilfsangebot zum Thema „Missbrauch von Vorsorgevollmachten“ vor:</p>
<p><em>Seit 2010 beschäftige ich mich als Seelsorgerin mit dem Thema Missbrauch von Vorsorgevollmachten und dem finanziellen Missbrauch vulnerabler Personen. Auslöser war ein persönliches Erlebnis damit.</em></p>
<p><em>Das Thema ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Mir scheint, dass es noch zu wenig in der Gesellschaft angekommen ist. Mir sind mittlerweile ca. 400 Fälle bekannt.</em></p>
<p><em>Meistens ist die Vorsorgevollmacht das Einfallstor für Erbschleicherei. Ich habe die Anlaufstelle mysisteract für Betroffene gegründet.</em></p>
<p><em>Inzwischen ist das Problem so groß geworden, dass ich den Ansturm allein nicht mehr bewältigen kann. Deshalb habe ich Mitstreiter gesucht und gefunden, die ihre jeweils besondere Expertise ehrenamtlich zur Verfügung stellen.</em></p>
<p><em>Betroffene und Menschen, die ihnen nahestehen, wissen oft nicht, wohin sie sich wenden können- wer ihnen zuhört und Wege zeigt. Daher haben wir 2024 eine Hotline eingerichtet, auf der Sie GesprächspartnerInnen und Unterstützung finden.</em></p>
<p><em>Die Hotline ist montags, mittwochs und freitags (außer an Feiertagen) von 19.00 bis 20.00 Uhr besetzt. </em></p>
<p><em>Mehr unter <a href="https://www.mysisteract.de/">www.mysisteract.de </a> und <a href="https://vorsorge-ohne-missbrauch.de/">https://vorsorge-ohne-missbrauch.de/</a></em></p>
<p><em>Buchempfehlung: Willenlos- Wehrlos- Abgezockt- Erbschleicherei.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Schwester Bernadette Brommer</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Preisverleihung &#8222;Flügel statt Ketten&#8220;</title>
		<link>https://zebra-bw.com/news/preisverleihung-fluegel-statt-ketten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2026 11:03:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 27. Februar 2026 fand in Freiburg im Breisgau im „Süden“ unsere feierliche Preisverleihung zum Schreibwettbewerb „Flügel statt Ketten“ statt. Bei diesem von der Beratungsstelle ZEBRA-BW in Kooperation mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg ausgeschriebenen Wettbewerb ging es darum, Geschichten über Loslassen, Befreiung und Neuanfang zu erzählen – etwa wie Menschen sich aus einengenden Situationen, manipulativen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1185.6px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-blend:overlay;--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-1"><p>Am 27. Februar 2026 fand in Freiburg im Breisgau im „Süden“ unsere feierliche Preisverleihung zum Schreibwettbewerb „Flügel statt Ketten“ statt. Bei diesem von der Beratungsstelle ZEBRA-BW in Kooperation mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg ausgeschriebenen Wettbewerb ging es darum, Geschichten über Loslassen, Befreiung und Neuanfang zu erzählen – etwa wie Menschen sich aus einengenden Situationen, manipulativen Gruppierungen, toxischen Beziehungen oder festgefahrenen Überzeugungen gelöst haben und auf der anderen Seite neue Perspektiven gefunden haben.</p>
<p>Weit über 400 Menschen hatten sich im Vorfeld mit ihren Geschichten beteiligt – ein beeindruckendes Zeichen für Kreativität, Engagement und die Freude am Schreiben.</p>
<p>Gemeinsam mit rund 50 Gästen feierten wir an diesem Abend die besten Geschichten, die in einem Buch veröffentlicht wurden. Dieses Buch kann bei Interesse gerne bei uns erworben werden.</p>
<p>Durch das abwechslungsreiche Abendprogramm führten Luisa Heizmann und Dr. Olaf Laskowski mit viel Charme und Souveränität. Nach einer kurzen und inspirierenden Rede von Dr. Sarah Pohl wurden alle Gewinnerinnen und Gewinner auf die Bühne gebeten. Jede und jeder von ihnen erhielt ein Exemplar des Buches, eine Urkunde sowie ein ZEBRA überreicht.</p>
<p>Die drei bestprämierten Geschichten wurden im Anschluss vorgelesen und sorgten für besondere Momente. Die Gewinnerinnen und Gewinner durften sich zudem über Büchergutscheine und eine ZEBRA-Trophäe freuen.</p>
<p>Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei allen bedanken, die am Wettbewerb teilgenommen, mitgefiebert und diesen besonderen Abend möglich gemacht haben. Ohne Sie wäre „Flügel statt Ketten“ nicht das geworden, was es ist: ein Fest der Worte und der Kreativität.</p>
</div><div class="awb-gallery-wrapper awb-gallery-wrapper-1 button-span-no" style="--more-btn-alignment:center;"><div style="margin:-5px;--awb-bordersize:0px;" class="fusion-gallery fusion-gallery-container fusion-grid-3 fusion-columns-total-6 fusion-gallery-layout-grid fusion-gallery-1"><div style="padding:5px;" class="fusion-grid-column fusion-gallery-column fusion-gallery-column-3 hover-type-none"><div class="fusion-gallery-image"><a href="https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/post-pic-verleihung2026-2.jpg" rel="noreferrer" data-rel="iLightbox[gallery_image_1]" class="fusion-lightbox" target="_self"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/post-pic-verleihung2026-2.jpg" width="500" height="331" alt="" title="post-pic-verleihung2026-2" aria-label="post-pic-verleihung2026-2" class="img-responsive wp-image-8007" srcset="https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/post-pic-verleihung2026-2-200x132.jpg 200w, 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			</item>
		<item>
		<title>ZEBRA/BW veröffentlicht Jahresbericht 2025: Nachfrage nach Beratung steigt weiter – Esoterik, evangelikale Gruppen und Coaching im Fokus</title>
		<link>https://zebra-bw.com/news/zebra-bw-veroeffentlicht-jahresbericht-2025-nachfrage-nach-beratung-steigt-weiter-esoterik-evangelikale-gruppen-und-coaching-im-fokus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2026 09:53:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
		<category><![CDATA[Beratung]]></category>
		<category><![CDATA[esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelikale]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Sinnfluencer]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[Freiburg, 02. Februar 2026 – Die Beratungsstelle ZEBRA/BW, finanziert durch das Kultusministerium Baden-Württemberg, blickt auf ihr sechstes Jahr zurück und hat in Ihrem Jahresbericht die Zahlen für 2025 veröffentlicht.   Mit 560 Erstkontakten und insgesamt 1.363 Beratungsgesprächen verzeichnet die Einrichtung erneut eine hohe Nachfrage und unterstreicht damit die anhaltende gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeit. Themenschwerpunkte: komplexe]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Freiburg, 02. Februar 2026 – Die Beratungsstelle ZEBRA/BW, finanziert durch das Kultusministerium Baden-Württemberg, blickt auf ihr sechstes Jahr zurück und hat in Ihrem<a href="https://zebra-bw.com/jahresberichte/"> Jahresbericht</a> die Zahlen für 2025 veröffentlicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit 560 Erstkontakten und insgesamt 1.363 Beratungsgesprächen verzeichnet die Einrichtung erneut eine hohe Nachfrage und unterstreicht damit die anhaltende gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeit.</p>
<p><strong>Themenschwerpunkte: komplexe Anliegen der Ratsuchenden</strong><br />
Die Auswertung der Anfragen zeigt einen Zuwachs im Themengebiet Esoterik, jede vierte Anfrage betrifft diesen Bereich. Auffällig: Besonders häufig sind es ältere Menschen, die von esoterischen Anbietern oder unseriösen Coaches verführt werden und hier teilweise viel Geld verlieren und in Abhängigkeiten geraten.</p>
<p><strong>Gründe für die steigenden Esoterik-Anfragen</strong><br />
Der Zuwachs an Esoterik-Anfragen lässt sich durch mehrere gesellschaftlichen Entwicklungen erklären:</p>
<ul>
<li><strong>Wachsendes Misstrauen gegenüber etablierten Versorgungsstrukturen:</strong> Pharmakritische Haltungen und Skepsis gegenüber Standardangeboten führen dazu, dass alternative Ansätze stärker nachgefragt werden.</li>
<li><strong>Unterversorgung auf dem medizinischen und psychosozialen Markt:</strong> Engpässe und lange Wartezeiten verstärken die Suche nach alternativen Beratungs- und Unterstützungsangeboten.</li>
<li><strong>Bedürfnis nach Sinn, Orientierung und Erklärbarkeit:</strong> In einer komplexen und unsicheren Welt bieten esoterische Praktiken oft narrative Strukturen, Rituale oder personalisierte Ansätze, die Sicherheit und Orientierung vermitteln.</li>
<li><strong>Verknüpfung mit weiteren Themen:</strong> Esoterik tritt häufig gemeinsam mit Coaching, spiritueller Krisenbewältigung oder Verschwörungserzählungen auf, was zeigt, dass Ratsuchende nach umfassenden Strategien suchen, um mehrere Lebensbereiche gleichzeitig zu bewältigen.</li>
</ul>
<p>Auf Platz zwei stehen evangelikale Gruppen mit 144 Anfragen (17 %), wobei insbesondere Aussteiger verstärkt Hilfe suchen. Auch das Phänomen der<a href="https://beratungskompass-verschwoerungsdenken.de/allgemeine-informationen/detailansicht?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=201&amp;cHash=8fe4ee40ef5b8cc4b285148d0825da8a" target="_blank" rel="noopener"> <strong>Sinnfluencer oder Christfluencer</strong> </a>spielt eine nicht zu unterschätzte Rolle, bei der Verbreitung von Glauben gerade unter jungen Menschen.  Doch auch junge Menschen, die in eine gewisse weltanschauliche Filterblase hineingeboren wurden, melden sich häufig bei ZEBRA/BW, weil sie Unterstützung beim Ausstiegsprozess suchen.</p>
<p>Verschwörungstheorien rangieren mit 106 Anfragen (15 %) auf Platz drei, während Coaching mit 83 Anfragen (12 %) weiterhin an Bedeutung gewinnt. Es wird beobachtet, dass Menschen immer wieder die Hilfe von teils unseriösen Coaches annehmen, die in manchen Fällen nicht nur hohen finanziellen, sondern auch enormen psychischen Schaden anrichten.</p>
<p>Im Bereich der Verschwörungstheorien hat sich der Themenschwerpunkt in den letzten Jahren zunehmend in Richtung aktueller politischer Ereignisse verschoben. Dennoch spielen weiterhin auch verschwörungstheoretische Erzählungen mit gesundheitlichem Fokus eine wichtige Rolle. Die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung zeigt sich dabei nicht nur in öffentlichen Debatten, sondern auch im privaten Umfeld. Familiäre und partnerschaftliche Konflikte, die aus unterschiedlichen Weltbildern und Überzeugungen entstehen, haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft und stellen für viele Betroffene eine große Belastung dar.</p>
<p>Weitere Themenbereiche umfassen neue religiöse Bewegungen (59 Anfragen, 9 %), spirituelle Krisen, Psychogruppen, Islam sowie Satanismus  und Okkultismus .</p>
<p>Darüber hinaus erreicht ZEBRA BW eine stetig wachsende Zahl an Anfragen von Jugendämtern, die die Fachstelle bei der Einschätzung möglicher Kindeswohlgefährdungen beratend hinzuziehen. Diese Anfragen verdeutlichen den hohen Bedarf an spezialisierter fachlicher Unterstützung bei der Bewertung komplexer Gefährdungslagen. Insbesondere bei unklaren oder vielschichtigen Fallkonstellationen besteht ein großes Bedürfnis nach externer Expertise, um fundierte, verantwortungsvolle und am Kindeswohl orientierte Entscheidungen treffen zu können.</p>
<p>Die hohe gesellschaftliche Relevanz der Themen spiegelt sich eindrücklich in der stark gestiegenen Nachfrage nach Beratung, fachlichem Austausch und Öffentlichkeitsarbeit wider. Insgesamt verzeichnete ZEBRA BW im Berichtszeitraum 560 Erstkontakte sowie 1.363 Beratungsgespräche mit Klient:innen. Darüber hinaus fanden 195 Kooperationskontakte mit anderen Beratungsstellen, Fachgremien und Netzwerken statt, was den intensiven Bedarf an Vernetzung und fachlicher Abstimmung unterstreicht. Besonders auffällig ist die Entwicklung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit: Mit 134 Presseanfragen wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Die zahlreichen Medienanfragen zeigen das große öffentliche Interesse und den hohen Informationsbedarf zu den Themen. Auch die Nachfrage nach Vorträgen, Workshops und Schulungen bleibt auf sehr hohem Niveau: Insgesamt führte ZEBRA BW 43 Veranstaltungen durch. Aufgrund begrenzter personeller und zeitlicher Ressourcen mussten jedoch weitere Anfragen abgelehnt werden. Insgesamt wird deutlich, dass ZEBRA BW mit seiner Expertise stark gefragt ist, gleichzeitig jedoch zunehmend an die Grenzen seiner Kapazitäten stößt – insbesondere im Bereich der Präventionsarbeit, der fachlichen Beratung sowie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<strong>.</strong></p>
<p>„Die hohe Nachfrage zeigt, wie dringend Ratsuchende auf Orientierung, Beratung und Unterstützung angewiesen sind. Gleichzeitig spiegelt die Vielfalt der Anfragen den Markt der Sinnanbieter wider. Heutzutage entstehen ständig neue Angebote und es gibt eine Vielzahl von Akteuren, die um Sinnsuchende konkurrieren.“, sagt die Geschäftsführung von ZEBRA/BW, Dr. Sarah Pohl. Gleichzeitig betont die Beratungsstelle, dass zusätzliche personelle Ressourcen notwendig wären, um die stetig wachsende Anzahl von Anfragen angemessen zu bewältigen, weitere Bildungs- und Vortragsangebote zu entwickeln und präventive Maßnahmen stärker proaktiv auszubauen. Mit erweiterten Kapazitäten könnten zudem gezielte, niedrigschwellige schriftliche Beratungsangebote für junge Menschen etabliert werden, die insbesondere digitalen Kommunikationsgewohnheiten Rechnung tragen und einen frühzeitigen Zugang zu Unterstützung ermöglichen.</p>
<p>Ergänzend zur Beratungs-, Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit war ZEBRA BW im Berichtszeitraum in hohem Maße publizistisch tätig. Mehrere fachliche Veröffentlichungen befassten sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, insbesondere mit dem Phänomen toxischer Spiritualität sowie mit Radikalisierungsprozessen jenseits klassischer Jugendmilieus. Hervorzuheben sind dabei unter anderem die Buchveröffentlichungen <a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-72031-8"><em>„Pohl/Liebbrand: Plötzlich fremd – im Sog toxischer Spiritualität. Ein Ratgeber für Angehörige zwischen Sorge und Hilflosigkeit“</em></a> sowie <a href="https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/psychologie-psychotherapie-beratung/ratgeber-lebenshilfe/59601/abgetaucht-radikalisiert-verloren-die-generation-50-im-sog-der-filterblasen"><em>„Pohl/Wiedemann: Abgetaucht, radikalisiert, verloren? Die Generation 50+ im Sog der Filterblasen“</em>.</a> Darüber hinaus entstanden weitere Fachbeiträge,<a href="https://www.beck-shop.de/groeber-heizmann-pohl-verschwoerungstheorien-erkennen-fake-news-aufdecken-stellung-beziehen/product/38151382"> Unterrichtsmaterialien</a> und Medienbeiträge zu Verschwörungserzählungen, geschlossenen weltanschaulichen Gruppierungen und deren Auswirkungen auf unterschiedliche Altersgruppen. Diese Publikationen leisten einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Einordnung, zur Sensibilisierung von Fachpraxis und Öffentlichkeit und unterstreichen zugleich den hohen zeitlichen und personellen Aufwand, der die Beratungsstelle zunehmend an die Grenzen ihrer vorhandenen Kapazitäten bringt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Arbeit von ZEBRA/BW stärkt die gesellschaftliche Resilienz, fördert Aufklärung, hilft, Desinformation zu erkennen, und wirkt Polarisierung und Spaltung entgegen. Abschließend bedankt sich die Beratungsstelle ausdrücklich beim Land Baden-Württemberg: Die Förderung macht die Arbeit von ZEBRA/BW überhaupt erst möglich und sichert Ratsuchenden in Baden-Württemberg eine verlässliche Anlaufstelle.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Bin ich egoistisch oder sorge ich gut für mich?“</title>
		<link>https://zebra-bw.com/news/bin-ich-egoistisch-oder-sorge-ich-gut-fuer-mich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2026 11:53:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
		<category><![CDATA[Anerkennung]]></category>
		<category><![CDATA[Egoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Wort Egoismus hat einen schlechten Ruf. Es klingt nach Rücksichtslosigkeit, nach Menschen, die nur sich selbst sehen und alles andere ignorieren. Kein Wunder, dass viele innerlich zusammenzucken, wenn sie das Gefühl haben, „egoistisch“ zu sein. Doch so einfach ist es nicht. Gerade in der Auseinandersetzung mit weltanschaulichen Prägungen zeigt sich, wie tief der Vorwurf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wort <em>Egoismus</em> hat einen schlechten Ruf. Es klingt nach Rücksichtslosigkeit, nach Menschen, die nur sich selbst sehen und alles andere ignorieren. Kein Wunder, dass viele innerlich zusammenzucken, wenn sie das Gefühl haben, „egoistisch“ zu sein. Doch so einfach ist es nicht. Gerade in der Auseinandersetzung mit weltanschaulichen Prägungen zeigt sich, wie tief der Vorwurf des Egoismus wirken kann und wie wichtig es ist, genauer hinzuschauen.</p>
<h3><strong>Wo uns „Egoismus“ in der Beratung begegnet</strong></h3>
<p>In unserer Arbeit hören wir immer wieder Sätze wie:</p>
<ul>
<li>„Ich will die Gruppe verlassen, aber ich habe Angst, als egoistisch zu gelten.“</li>
<li>„Darf ich meine eigenen Bedürfnisse wichtiger nehmen als die Erwartungen meiner Familie?“</li>
<li>„Ich habe mich für eine andere politische Haltung entschieden. Jetzt werfen mir alte Freunde vor, ich würde mich nur noch um mich selbst drehen.“</li>
</ul>
<p>Oft steht hinter dem Thema Egoismus ein innerer Konflikt: Darf ich <em>ich selbst</em> sein, ohne andere zu verletzen oder abzuwerten? Und: Wo verläuft die Grenze zwischen gesunder Selbstfürsorge und echter Rücksichtslosigkeit?</p>
<h3>Weltanschauungen und das Bild vom „richtigen Selbst“</h3>
<p>Weltanschauliche Gruppen (ob religiös, esoterisch oder politisch geprägt) geben oft klare Vorstellungen davon, wie ein „guter Mensch“ zu sein hat. Häufig steht dabei die <em>Aufopferung</em> im Vordergrund: für die Gemeinschaft, für die Wahrheit, für die „richtige Sache“.</p>
<p>Wer dann beginnt, sich daraus zu lösen oder eigene Bedürfnisse zu priorisieren, erlebt nicht selten Schuldgefühle. Der Vorwurf, „egoistisch“ zu sein, trifft oft besonders stark, wenn man gelernt hat, dass Selbstzurücknahme gleichbedeutend ist mit Reife, Moral oder spiritueller Tiefe.</p>
<p><strong>Beispiel:</strong><br />
Eine Frau, die jahrelang in einer spirituellen Gemeinschaft gelebt hat, will endlich wieder alleine entscheiden, wie sie ihre Freizeit verbringt. Plötzlich zweifelt sie: „Darf ich das? Oder ist das zu egozentrisch?“ Sie hat gelernt, dass wahres Wachstum nur durch „Dienst an der Gemeinschaft“ möglich ist und spürt jetzt Scham, weil sie ihre Bedürfnisse ernst nimmt.</p>
<h3>Wenn Fürsorge sich wie Verrat anfühlt</h3>
<p>Oft ist es nicht nur das eigene Gewissen, das sich meldet, auch das Umfeld reagiert empfindlich, wenn jemand neue Wege geht:</p>
<ul>
<li>„Du warst doch immer so engagiert. Was ist los mit dir?“</li>
<li>„Früher war dir Gerechtigkeit wichtig. Jetzt kümmerst du dich nur noch um dein eigenes Leben.“</li>
<li>„Wie kannst du deine Familie enttäuschen, nur weil du jetzt deinen eigenen Weg gehen willst?“</li>
</ul>
<p>In diesen Reaktionen steckt häufig nicht nur Ablehnung, sondern auch Verletzung. Wenn jemand sich abgrenzt, spiegelt er anderen vielleicht ungewollt deren eigene Unsicherheit. Der Vorwurf des Egoismus kann dann ein Schutzmechanismus sein – gegen den Schmerz, zurückgelassen zu werden oder eigene Zweifel spüren zu müssen.</p>
<h3>Egoismus oder gesunde Selbstfürsorge?</h3>
<p>Ein gesunder Umgang mit sich selbst ist kein Egoismus, sondern eine Voraussetzung für tragfähige Beziehungen, auch im weltanschaulichen Kontext. Wer sich selbst nicht ernst nimmt, läuft Gefahr, sich in Strukturen zu verlieren, in denen Anerkennung an Anpassung geknüpft ist.</p>
<h4>Fragen, die helfen können:</h4>
<ul>
<li>Verletze ich andere – oder enttäusche ich nur ihre Erwartungen?</li>
<li>Geht es mir gerade um Selbstschutz – oder um Kontrolle?</li>
<li>Was brauche ich, um mit mir im Reinen zu sein – und was davon kann ich in Beziehungen transparent machen?</li>
</ul>
<h3>Echter Egoismus oder einfach eine andere Haltung?</h3>
<p>Manchmal wird das Wort „egoistisch“ auch verwendet, um andere mundtot zu machen. In politischen oder spirituellen Gruppen kann eine Abweichung von der Norm schnell als Selbstbezogenheit gewertet werden, selbst, wenn sie inhaltlich begründet oder emotional nachvollziehbar ist.</p>
<h4>Beispiel:<br />
Ein junger Mann entscheidet sich, aus einer ökologisch ausgerichteten Bewegung auszusteigen, weil er sich überfordert fühlt. Er wird von anderen beschuldigt, sich „nicht mehr um die Welt zu kümmern“. Dabei hat er schlicht erkannt, dass sein Aktivismus ihn in den Burnout trieb und er langfristig nur dann engagiert bleiben kann, wenn er für sich sorgt.</h4>
<p>Hier zeigt sich: Nicht jede Abweichung ist Egoismus. Manchmal ist sie einfach die ehrliche Konsequenz aus Selbstreflexion.</p>
<h3>Reflexionsfragen: Wo stehe ich selbst?</h3>
<p>Diese Fragen können helfen, das Thema Egoismus differenzierter zu betrachten, gerade im Zusammenhang mit Weltanschauungen:</p>
<ul>
<li>Was habe ich über Egoismus gelernt (z. B. in meiner Familie, meiner früheren Gruppe, meiner Religion)?</li>
<li>Wann bezeichne ich mich selbst als egoistisch? Was meine ich eigentlich damit?</li>
<li>Was fürchte ich, wenn ich auf meine Bedürfnisse achte?</li>
<li>Wie gehe ich damit um, wenn andere meine Entscheidungen als egoistisch bewerten?</li>
<li>Gibt es Menschen, denen ich mehr Verständnis entgegenbringe als mir selbst?</li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Fazit: Zwischen Autonomie und Verantwortung</strong></p>
<p>Egoismus ist kein Schwarz-Weiß-Begriff. Wer eigene Wege geht, sich abgrenzt oder auf sich achtet, ist nicht automatisch rücksichtslos. Gerade im Bereich von Weltanschauungen ist es wichtig, den Unterschied zu erkennen zwischen echtem Desinteresse an anderen und dem legitimen Bedürfnis, sich selbst treu zu bleiben.</p>
<p>Vielleicht braucht es einen neuen Begriff: <em>gesunde Selbstverbundenheit</em>. Denn nur wer sich selbst nicht verliert, kann auch anderen wirklich begegnen.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Anspruch und Anerkennung –  Perfektionismus in weltanschaulichen Fragen</title>
		<link>https://zebra-bw.com/news/zwischen-anspruch-und-anerkennung-perfektionismus-in-weltanschaulichen-fragen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Dec 2025 11:38:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
		<category><![CDATA[Anspruch]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Perfektionsimus]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Beratung begegnen wir Menschen, die sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen; besonders, wenn es um Fragen von Sinn, Zugehörigkeit oder moralischer Orientierung geht. Sie möchten „das Richtige“ tun, auf der „richtigen Seite“ stehen, keine Fehler machen – weder in der Wahl ihrer Überzeugungen noch in ihrer Kommunikation darüber. Doch was passiert, wenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Beratung begegnen wir Menschen, die sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen; besonders, wenn es um Fragen von Sinn, Zugehörigkeit oder moralischer Orientierung geht. Sie möchten „das Richtige“ tun, auf der „richtigen Seite“ stehen, keine Fehler machen – weder in der Wahl ihrer Überzeugungen noch in ihrer Kommunikation darüber. Doch was passiert, wenn das Streben nach Richtigkeit zur Belastung wird?</p>
<h3>Wenn „richtig machen“ zur Last wird</h3>
<p>Perfektionismus ist nicht einfach Fleiß. Er beschreibt ein inneres Spannungsfeld: Der Anspruch, alles „korrekt“ machen zu wollen, ist oft mit Angst verbunden, Angst vor Fehlern, vor Kritik, vor Liebesentzug. In weltanschaulichen Kontexten kann dieser Druck besonders groß sein:</p>
<ul>
<li>Eine Person ist aus einer strengen religiösen Gemeinschaft ausgetreten und versucht nun, jede neue spirituelle Praxis auf ihre absolute „Richtigkeit“ zu prüfen; etwa aus Sorge, wieder in etwas „Falsches“ hineinzurutschen.</li>
<li>Ein Vater möchte sein Kind vor extremen Gruppen schützen und informiert sich akribisch, doch statt Beruhigung spürt er nur noch mehr Verantwortung, alles im Blick behalten zu müssen.</li>
<li>Eine junge Frau engagiert sich politisch, hat aber ständig Angst, in Diskussionen nicht „die perfekte Haltung“ zu vertreten oder einen Begriff falsch zu benutzen.</li>
</ul>
<p>All diese Beispiele zeigen: Der Wunsch, etwas „gut“ zu machen, ist nachvollziehbar. Aber wenn er von rigiden inneren Maßstäben gelenkt wird, kann er blockieren statt befreien.</p>
<h3>Woher kommt dieser Anspruch?</h3>
<p>Hinter perfektionistischen Tendenzen stecken oft tief verankerte innere Botschaften wie:</p>
<ul>
<li>„Ich muss alles richtig machen, sonst…“ (…werde ich ausgeschlossen, nicht ernst genommen, enttäusche andere.)</li>
<li>„Nur wenn ich keine Fehler mache, bin ich sicher.“<br />
Diese Überzeugungen entstehen oft früh in Familien, Schulen oder weltanschaulichen Gruppen, in denen Fehler nicht als Lernchancen, sondern als Makel gelten.</li>
</ul>
<p>Auch gesellschaftlich wird Perfektion begünstigt: In Zeiten von Unsicherheit geben klare Positionen und makellose Auftritte Halt; egal ob im Glauben, in der Lebensweise oder auf Social Media. Doch diese Schein-Sicherheit hat ihren Preis.</p>
<h3>Perfektionismus als Schutzstrategie</h3>
<p>Perfektionismus kann auch ein Schutzschild gegen Scham, gegen Zweifel, gegen Verletzlichkeit sein. Wer besonders viel weiß, korrekt spricht oder moralisch unantastbar handelt, zeigt keine Angriffsfläche. Doch der Preis dafür ist hoch: innere Anspannung, Entscheidungsangst, das Gefühl, nie genug zu sein.</p>
<p>In weltanschaulichen Zusammenhängen kann das bedeuten:</p>
<ul>
<li>Keine Position mehr beziehen zu wollen, um bloß niemandem auf die Füße zu treten.</li>
<li>Oder im Gegenteil: sich so fest an eine Ideologie zu binden, dass kein Raum mehr für Grautöne bleibt – aus Angst, sich zu irren.</li>
</ul>
<h3>Was hilft?</h3>
<p>Ein hilfreicher Umgang mit Perfektionismus bedeutet nicht, Beliebigkeit oder Gleichgültigkeit zu fördern. Es geht darum, <strong>menschlich</strong> zu bleiben mit all den Fragen, Unsicherheiten und Lernprozessen, die zum Leben dazugehören. Dabei kann es helfen:</p>
<ul>
<li><strong>Fehler als Entwicklungsschritte zu verstehen</strong>, nicht als Scheitern.</li>
<li><strong>Ambivalenzen auszuhalten</strong>, ohne sofort in Bewertungen zu verfallen.</li>
<li><strong>Sich selbst den gleichen Respekt zuzugestehen</strong>, den man anderen entgegenbringen möchte.</li>
</ul>
<h3>Reflexionsfragen: Einladung zur Auseinandersetzung</h3>
<p>Diese Fragen können helfen, den eigenen Perfektionsanspruch zu erkennen und einzuordnen, besonders im Umgang mit weltanschaulichen Themen:</p>
<h4>Zur Selbstwahrnehmung:</h4>
<ul>
<li>In welchen Situationen habe ich das Gefühl, keine Fehler machen zu dürfen?</li>
<li>Wie gehe ich mit mir um, wenn ich mich irre (z. B. in einer weltanschaulichen Entscheidung)?</li>
<li>Gibt es Entscheidungen, die ich ewig aufschiebe, weil ich sie „richtig“ treffen will?</li>
</ul>
<h4>Zur Herkunft des Perfektionsanspruchs:</h4>
<ul>
<li>Woher kenne ich die Botschaft: „Du musst es richtig machen“? (Familie, Schule, Religion, frühere Gruppen…)</li>
<li>Wessen Anerkennung versuche ich zu gewinnen, wenn ich besonders korrekt bin?</li>
<li>Gab es in meiner Vergangenheit Konsequenzen für vermeintliche Fehler?</li>
</ul>
<h4>Im Umgang mit anderen:</h4>
<ul>
<li>Wie reagiere ich, wenn jemand eine andere Sichtweise vertritt als ich?</li>
<li>Erlaube ich anderen, sich zu irren oder nur mir selbst nicht?</li>
<li>Versuche ich manchmal, in Gesprächen „unangreifbar“ zu sein? Was steckt dahinter?</li>
</ul>
<h4>Für einen hilfreichen Umgang:</h4>
<ul>
<li>Was würde sich verändern, wenn ich nicht alles perfekt machen müsste?</li>
<li>Was wäre eine mutige, unperfekte Handlung, die ich mir erlauben könnte?</li>
<li>Welcher Gedanke würde mir helfen, mehr Menschlichkeit als Fehlerlosigkeit anzustreben?</li>
</ul>
<blockquote><p><strong>Fazit: Gut genug ist oft besser als perfekt</strong></p>
<p>Perfektionismus kann ein starker Antreiber sein, aber auch ein strenger Richter. Besonders in weltanschaulichen Kontexten lohnt es sich, den eigenen Anspruch zu hinterfragen. Wer sich erlaubt, nicht alles zu wissen, sich zu irren und trotzdem ernst genommen zu werden, schafft Raum für Entwicklung und für echte Begegnung.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Scham: Ein stilles, kraftvolles Gefühl</title>
		<link>https://zebra-bw.com/news/scham-ein-stilles-kraftvolles-gefuehl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2025 11:33:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
		<category><![CDATA[Ambiguität]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
		<category><![CDATA[Weltanscahuungen]]></category>
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					<description><![CDATA[In der Beratung rund um Weltanschauungen begegnet uns oft ein Gefühl, das selten laut wird, aber umso intensiver wirkt: Scham. Sie zeigt sich nicht unbedingt in dramatischen Ausbrüchen, sondern eher leise, verkapselt, verborgen hinter Rückzug, Schweigen oder dem Wunsch, „ganz schnell das Thema zu wechseln“. Wer sich von einer Weltanschauung, einer Gruppe oder einem Glaubenssystem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Beratung rund um Weltanschauungen begegnet uns oft ein Gefühl, das selten laut wird, aber umso intensiver wirkt: <strong>Scham</strong>. Sie zeigt sich nicht unbedingt in dramatischen Ausbrüchen, sondern eher leise, verkapselt, verborgen hinter Rückzug, Schweigen oder dem Wunsch, „ganz schnell das Thema zu wechseln“.</p>
<p>Wer sich von einer Weltanschauung, einer Gruppe oder einem Glaubenssystem löst, steht nicht nur vor äußeren Veränderungen – oft tauchen auch intensive Schamgefühle auf:</p>
<ul>
<li>„Wie konnte ich so naiv sein, auf diesen Guru hereinzufallen?“</li>
<li>„Ich habe meine Familie mitgezogen in etwas, das ich heute bereue.“</li>
<li>„Warum habe ich mich so lange selbst verleugnet, nur um dazuzugehören?“</li>
</ul>
<p>Oder umgekehrt:</p>
<ul>
<li>„Ich schäme mich, dass ich nicht an das glauben kann, was meiner Familie heilig ist.“</li>
<li>„Ich fühle mich schuldig, weil ich die Werte meiner alten Gruppe hinterfrage.“</li>
</ul>
<p>Scham ist ein hochsoziales Gefühl; sie betrifft immer auch unser Bild davon, <strong>wie wir gesehen werden wollen</strong>. Und genau deshalb ist sie im Kontext von Weltanschauungen, Zugehörigkeit und Identität so zentral.</p>
<h3>Was ist Scham und was liegt darunter?</h3>
<p>Scham wird oft als „sekundäres Gefühl“ bezeichnet. Das bedeutet: Sie entsteht <strong>aus einem Zusammenspiel von inneren Bewertungen, Erfahrungen und Erwartungen</strong>, die wir an uns selbst (und andere an uns) stellen. Darunter liegen oft <strong>Primärgefühle</strong> wie:</p>
<ul>
<li>Angst (z. B. vor Ablehnung oder Liebesverlust)</li>
<li>Trauer (über etwas, das wir verloren haben)</li>
<li>Wut (über sich selbst oder andere)</li>
</ul>
<p>Die Kognition dahinter lautet oft: <em>„So, wie ich bin, bin ich nicht okay.“</em> – und das macht Scham so existenziell.</p>
<p>Viele Menschen erleben Scham auch körperlich:</p>
<ul>
<li>Der Blick geht zu Boden</li>
<li>Man möchte sich „verkriechen“</li>
<li>Hitze steigt ins Gesicht</li>
<li>Der Atem stockt</li>
</ul>
<p>Diese Reaktionen sind evolutionär verankert: Scham soll uns signalisieren, dass unser soziales Ansehen in Gefahr ist. Deshalb wirkt sie oft wie ein plötzlicher, wortloser Rückzug aus der Situation, obwohl innerlich noch vieles ungesagt brodelt.</p>
<h3>Gesunde vs. toxische Scham</h3>
<p>Nicht jede Scham ist schädlich. Es gibt einen Unterschied zwischen <strong>gesunder</strong> und <strong>toxischer</strong> Scham:</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Gesunde Scham</strong></td>
<td><strong>Toxische Scham</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>„Ich habe einen Fehler gemacht.“</td>
<td>„Ich bin ein Fehler.“</td>
</tr>
<tr>
<td>Führt zu Entwicklung und Selbstmitgefühl</td>
<td>Führt zu Rückzug, Selbsthass und Erstarrung</td>
</tr>
<tr>
<td>Erkennt Verletzungen, ermöglicht Wiedergutmachung</td>
<td>Zementiert das Gefühl, wertlos oder „falsch“ zu sein</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>In Beratungsprozessen ist es zentral, diesen Unterschied herauszuarbeiten. Toxische Scham entsteht oft durch Manipulation, ständige Kritik oder durch autoritäre Gruppenstrukturen und braucht Zeit, um sich zu lösen.</p>
<h3>Scham in weltanschaulichen Kontexten</h3>
<p>Gerade in religiösen, spirituellen oder ideologisch geprägten Gruppen wird Scham häufig <strong>gezielt eingesetzt</strong>, um Normen durchzusetzen. Sätze wie:</p>
<ul>
<li>„Wenn du nicht stark genug im Glauben bist, verlierst du deinen Platz.“</li>
<li>„Du bringst Schande über deine Familie, wenn du zweifelst.“</li>
</ul>
<p>führen dazu, dass Menschen Scham <strong>verinnerlichen</strong>; auch lange, nachdem sie die Gruppe verlassen haben. Der „innere Kritiker“ spricht dann oft in der Stimme der früheren Autorität.</p>
<h3>Ambiguität zulassen</h3>
<p>Ein häufiger innerer Widerspruch in der Beratung:<br />
„Ich bin froh, dass ich draußen bin, aber warum tut es trotzdem weh?“</p>
<p>Hier kommt <strong>Ambiguitätstoleranz</strong> ins Spiel: Die Fähigkeit, widersprüchliche Gefühle <strong>gleichzeitig</strong> auszuhalten, ohne sich sofort entscheiden zu müssen.</p>
<p>Beispiel:<br />
Eine Person verlässt eine esoterisch-religiöse Gruppe. Sie fühlt Erleichterung über die neugewonnene Freiheit <strong>und</strong> gleichzeitig Scham, weil sie andere jahrelang mitüberzeugt hat.</p>
<p>Wenn sie diese Ambivalenz akzeptieren kann, ohne sich dafür verurteilen zu müssen, entsteht ein Raum für Integration statt Spaltung.</p>
<h3>Warum ist das wichtig?</h3>
<p>Ein bewusster Umgang mit Scham ermöglicht:</p>
<ul>
<li><strong>Selbstmitgefühl statt Selbstverurteilung</strong></li>
<li><strong>Offenheit für Veränderung</strong> ohne inneren Abwertungsdruck</li>
<li><strong>Verzicht auf Kompensationsstrategien</strong> wie Verleugnung, übermäßige Anpassung, Rückzug, Sucht oder Selbstoptimierungszwang</li>
</ul>
<p>Besonders in einer Gesellschaft, in der <strong>Individualität hochgehalten</strong>, aber <strong>Abweichung schnell stigmatisiert</strong> wird, ist Scham ein stilles Regulativ. Sie kann zur Verinselung führen, wenn Menschen das Gefühl haben, sie dürfen bestimmte Erfahrungen oder Gedanken nicht äußern.</p>
<h3>Was hilft im Umgang mit Scham?</h3>
<ol>
<li><strong>Sie als sekundäres Gefühl entlarven:</strong><br />
Was liegt darunter? Was bewerte ich an mir und wessen Stimme höre ich da?</li>
<li><strong>Scham teilen (achtsam):</strong><br />
In einem sicheren Rahmen kann das Aussprechen entlastend wirken: „Ich schäme mich, dass ich das mal geglaubt habe.“</li>
<li><strong>Selbstmitgefühl kultivieren:</strong><br />
Was würde ich einer Freundin sagen, die sich für dasselbe schämt?</li>
<li><strong>Ambivalenz anerkennen:</strong><br />
„Ich kann traurig, wütend, erleichtert und beschämt sein – gleichzeitig.“</li>
<li><strong>Scham nicht idealisieren, aber ernst nehmen:</strong><br />
Sie ist ein Hinweis auf unsere Werte und ein Einstieg in Heilung, wenn wir sie nicht unterdrücken müssen.</li>
</ol>
<blockquote><p><strong>Fazit: Scham ist kein Makel, sondern eine Einladung zur Ehrlichkeit</strong></p>
<p>Scham will uns nicht vernichten, sie will uns schützen. Sie zeigt, <strong>wo wir zugehörig sein wollen, wo wir Verantwortung spüren, wo wir noch heilen möchten</strong>.</p>
<p>Wenn wir Scham als Hinweis verstehen, nicht als Urteil, kann sie sich verwandeln: in Integrität, Empathie und sogar in Verbindung mit anderen.</p>
<p>Denn kaum ein Gefühl verbindet Menschen so stark wie das stille Eingeständnis:<br />
<strong>„Ich kenne das.“</strong></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neue Veröffentlichungen</title>
		<link>https://zebra-bw.com/news/neue-veroeffentlichungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Nov 2025 11:41:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://zebra-bw.com/?p=6674</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns, Sie auf gleich zwei spannende Neuerscheinungen aufmerksam machen zu dürfen, die aktuell bei ZEBRA/BW veröffentlicht wurden bzw. auf ZEBRA/BW verweisen: Fachartikel in der Ligante #8 Unter dem Titel „Von Fake News zu Hass – Wie Verschwörungserzählungen antimuslimische, antisemitische und rechtspopulistische Narrative verstärken“ beleuchtet Dr. Sarah Pohl in der aktuellen Ausgabe der Ligante]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir freuen uns, Sie auf gleich zwei spannende Neuerscheinungen aufmerksam machen zu dürfen, die aktuell bei ZEBRA/BW veröffentlicht wurden bzw. auf ZEBRA/BW verweisen:</p>
<ol>
<li><strong><a href="https://www.bag-relex.de/ligante8/" target="_blank" rel="noopener">Fachartikel in der Ligante #8</a></strong><br />
Unter dem Titel „Von Fake News zu Hass – Wie Verschwörungserzählungen antimuslimische, antisemitische und rechtspopulistische Narrative verstärken“ beleuchtet Dr. Sarah Pohl in der aktuellen Ausgabe der Ligante (Nr. 8) die Verflechtungen zwischen Desinformation, Hasskommunikation und ideologischen Feindbildern.<br />
Der Beitrag zeigt auf, wie Verschwörungserzählungen in digitalen Räumen Anschlussstellen für antimuslimische, antisemitische und rechtspopulistische Narrative bieten – und welche Herausforderungen daraus für Präventions-, Bildungs- und Beratungsarbeit entstehen.<br />
Ein wichtiger Impuls für Fachkräfte, die extremismuspräventiv, interkulturell oder im Bereich Demokratieförderung tätig sind.</li>
<li><a href="https://www.beck-shop.de/liebrand-pohl-ploetzlich-fremd-sog-toxischer-spiritualitaet/product/39844220" target="_blank" rel="noopener"><strong>Neues Buch: Plötzlich fremd ‑ im Sog toxischer Spiritualität von Sarah Pohl &amp; Bianca Liebrand</strong></a><br />
Die zweite Neuheit ist das Buch „Plötzlich fremd – im Sog toxischer Spiritualität“, das im Oktober 2025 im Springer-Verlag erschienen ist.<br />
Kurzfassung: Das Buch richtet sich an Angehörige, Freundinnen und Freunde von Menschen, die sich in fragwürdige spirituelle Angebote oder Gruppierungen eingelassen haben. Es bietet zunächst einen Überblick über den so genannten „Glaubensmarkt“, zeigt Risiken und Nebenwirkungen unserer Zeit auf – von dubiosen Coaches über radikale Gruppen bis hin zu Sekten-ähnlichen Strukturen – und stellt dann einen konkreten „Methodenkoffer“ zur Verfügung: Wie erkenne ich Anzeichen einer problematischen Bindung? Welche Befunde existieren zur Gruppenpsychologie solcher Angebote? Und wie kann ich als Sekundärbetroffene bzw. Angehörige selbst Haltung finden und Unterstützung leisten? Der Band verbindet Fallbeispiele mit praxisnahen Tools und richtet sich damit an Beratungs- und Bildungspraxis.</li>
</ol>
<blockquote><p>Wir laden Sie herzlich ein, beide Publikationen näher anzusehen – sei es zur eigenen Weiterbildung, für Ihre Beratungspraxis oder zur Nutzung in Bildungs- und Präventionskontexten.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ambiguitätstoleranz – Wie wir lernen, mit Unsicherheit umzugehen</title>
		<link>https://zebra-bw.com/news/ambiguitaetstoleranz-wie-wir-lernen-mit-unsicherheit-umzugehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Oct 2025 10:08:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beiträge und News]]></category>
		<category><![CDATA[Ambiguitätstoleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Ambivalenz]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstieg]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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					<description><![CDATA[In unserer Beratungsstelle begegnen wir täglich Menschen, die mit komplexen, herausfordernden oder widersprüchlichen Situationen kämpfen. Eine Mutter macht sich Sorgen, weil ihr Sohn sich einer radikalen Gruppe zuwendet. Ein junger Mann zweifelt an seinem Glauben, hat aber Angst vor dem Identitätsverlust. Eine Familie ist gespalten, weil unterschiedliche Weltanschauungen und Werte aufeinanderprallen. All diese Situationen haben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In unserer Beratungsstelle begegnen wir täglich Menschen, die mit komplexen, herausfordernden oder widersprüchlichen Situationen kämpfen. Eine Mutter macht sich Sorgen, weil ihr Sohn sich einer radikalen Gruppe zuwendet. Ein junger Mann zweifelt an seinem Glauben, hat aber Angst vor dem Identitätsverlust. Eine Familie ist gespalten, weil unterschiedliche Weltanschauungen und Werte aufeinanderprallen.</p>
<p>All diese Situationen haben eines gemeinsam: Sie fordern unsere Fähigkeit heraus, mit Unsicherheit und Widersprüchlichkeit umzugehen. Genau darum geht es bei <strong>Ambiguitätstoleranz</strong> – der Fähigkeit, Mehrdeutigkeit und Unsicherheit auszuhalten, ohne in Angst, Angriff oder starres Denken zu verfallen.</p>
<h3>Was bedeutet Ambiguitätstoleranz?</h3>
<p>Ambiguitätstoleranz beschreibt, wie gut jemand damit umgehen kann, dass Dinge nicht immer klar, eindeutig oder vorhersehbar sind. Sie ist die Fähigkeit, Unsicherheit, Widersprüche und komplexe Situationen nicht als Bedrohung, sondern als Teil der Realität zu akzeptieren.</p>
<p>Ein paar Beispiele aus dem Alltag:</p>
<ul>
<li><strong>Hohe Ambiguitätstoleranz:</strong> Eine Person kann akzeptieren, dass eine geliebte Person andere weltanschauliche Überzeugungen (z. B. in Bezug auf Politik, Religion, Spiritualität) hat, ohne sich dadurch selbst verunsichert zu fühlen. Zum Beispiel können zwei Personen miteinander befreundet sein, die unterschiedlichen Weltreligionen anhängen und politisch anders wählen.</li>
<li><strong>Niedrige Ambiguitätstoleranz:</strong> Jemand fühlt sich von fremden Meinungen schnell bedroht, hält Widersprüche schwer aus und sucht nach eindeutigen, absoluten Wahrheiten. Zum Beispiel trennt sich ein Paar nach wenigen Wochen wieder, nachdem die spirituelle Einstellung der einen Person als komplett inakzeptabel von der anderen Person abgelehnt wurde.</li>
</ul>
<p>In weltanschaulichen Themen spielt das eine zentrale Rolle: Menschen mit geringer Ambiguitätstoleranz fühlen sich von der Komplexität der Welt oft überfordert. Sie neigen dazu, einfache Antworten oder feste Autoritäten zu suchen, um Unsicherheit zu vermeiden. Beispielsweise könnte dies ein Grund sein, warum Fake News und/oder Verschwörungstheorien als attraktiv gesehen werden.</p>
<h3>Merkmale: Woran erkennt man hohe oder niedrige Ambiguitätstoleranz?</h3>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><strong>Hohe Ambiguitätstoleranz</strong></td>
<td><strong>Niedrige Ambiguitätstoleranz</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>Kann akzeptieren, dass Menschen mit unterschiedlichen Glaubenssystemen friedlich koexistieren können.</td>
<td>Empfindet abweichende Weltanschauungen als bedrohlich oder „falsch“.</td>
</tr>
<tr>
<td>Kann widersprüchliche Aspekte innerhalb der eigenen Überzeugungen reflektieren, ohne sich selbst in Frage zu stellen.</td>
<td>Besteht auf innerer Geschlossenheit und Widerspruchsfreiheit im eigenen Weltbild.</td>
</tr>
<tr>
<td>Sieht in Veränderungen von Überzeugungen (z. B. Konversion oder Ausstieg) einen natürlichen Teil der persönlichen Entwicklung.</td>
<td>Deutet einen Wandel in der Weltanschauung oft als Irrweg, Verrat oder Schwäche.</td>
</tr>
<tr>
<td>Hält Spannungen zwischen Wissenschaft, Glaube, Intuition oder Erfahrung aus, ohne einen Bereich absolut zu setzen.</td>
<td>Sucht nach eindeutigen Wahrheiten oder Autoritäten, die alle Zweifel auflösen.</td>
</tr>
<tr>
<td>Kann anerkennen, dass auch „die anderen“ gute Gründe für ihre Sichtweisen haben – ohne alles gutheißen zu müssen.</td>
<td>Reagiert auf weltanschauliche Differenz schnell mit Abwertung, Spott oder Verteidigung.</td>
</tr>
<tr>
<td>Nimmt Kritik an der eigenen Überzeugung nicht sofort als persönlichen Angriff wahr.</td>
<td>Verknüpft die eigene Weltanschauung stark mit der eigenen Identität – Kritik wird als Angriff empfunden.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h3>Warum ist Ambiguitätstoleranz wichtig?</h3>
<p>Gerade in einer Welt, in der Informationen schnell zirkulieren, verschiedene Ideologien aufeinanderprallen und gesellschaftliche Veränderungen rasant sind, hilft Ambiguitätstoleranz dabei, stabil zu bleiben.</p>
<h3>Ein paar Gründe, warum sie wichtig ist:</h3>
<ul>
<li><strong>Schutz vor Extremismus:</strong> Wer Widersprüche nicht aushalten kann, ist anfälliger für starre Ideologien oder Verschwörungstheorien.</li>
<li><strong>Bessere Kommunikation:</strong> Wer Mehrdeutigkeit akzeptiert, kann besser mit anderen ins Gespräch kommen, ohne sofort in Abwehr zu gehen.</li>
<li><strong>Psychische Stabilität:</strong> Menschen mit hoher Ambiguitätstoleranz geraten weniger in Stress, wenn sie auf Unsicherheiten stoßen.</li>
<li><strong>Mehr Offenheit und Lernfähigkeit:</strong> Wer nicht sofort einfache Antworten braucht, kann neue Ideen und Perspektiven zulassen.</li>
</ul>
<h3>Ambiguitätstoleranz in zwischenmenschlichen Beziehungen</h3>
<p>Auch in Beziehungen spielt Ambiguitätstoleranz eine große Rolle:</p>
<ul>
<li><strong>Partnerschaft:</strong> Wenn zwei Menschen unterschiedliche religiöse oder politische Ansichten haben, kann eine hohe Ambiguitätstoleranz helfen, trotzdem respektvoll und liebevoll miteinander umzugehen.</li>
<li><strong>Familie:</strong> Eltern, die Schwierigkeiten haben, den neuen Lebensweg ihres Kindes zu akzeptieren (z. B. wenn es sich einer anderen Religion oder Weltanschauung zuwendet), profitieren davon, die Unsicherheit aushalten zu lernen.</li>
<li><strong>Freundschaften:</strong> Wer akzeptieren kann, dass sich Meinungen und Werte im Laufe des Lebens verändern, bleibt flexibler im Umgang mit anderen.</li>
</ul>
<p>Ein klassisches Beispiel aus der Beratungsarbeit: Eine Familie zerstreitet sich, weil ein Angehöriger sich einer religiösen Gruppe angeschlossen hat. Angehörige mit hoher Ambiguitätstoleranz können sagen: „Ich verstehe dich vielleicht nicht, aber ich bin trotzdem für dich da.“ Menschen mit niedriger Toleranz fühlen sich hingegen oft gezwungen, sich für oder gegen den Kontakt zu entscheiden.</p>
<h3>Ambiguitätstoleranz gegenüber sich selbst</h3>
<p>Oft erleben wir innere Widersprüche:</p>
<ul>
<li>Wir können uns freuen, dass wir eine neue Chance haben, aber gleichzeitig Angst vor Veränderung spüren.</li>
<li>Wir können jemanden lieben und uns trotzdem von ihm eingeengt fühlen.</li>
<li>Wir können einer Gruppe den Rücken kehren und trotzdem Trauer empfinden, weil sie einmal wichtig für uns war.</li>
</ul>
<p>Menschen mit hoher Ambiguitätstoleranz können diese Widersprüche besser annehmen, anstatt zu denken: „Ich muss mich entscheiden, was ich jetzt wirklich fühle.“</p>
<p>Ein Beispiel aus der Beratung:<br />
Eine Person verlässt eine Glaubensgemeinschaft. Sie fühlt sich erleichtert, weil sie mehr Freiheit hat – und gleichzeitig traurig, weil sie vertraute Strukturen und Gemeinschaft verliert. Wenn sie eine hohe Ambiguitätstoleranz hat, kann sie sagen: „Beides darf da sein.“ Hat sie wenig davon, könnte sie denken: „Wenn ich traurig bin, war es wohl doch die falsche Entscheidung.“</p>
<h3>Warum ist das wichtig?</h3>
<ul>
<li>Es hilft, sich selbst mit mehr Mitgefühl zu begegnen.</li>
<li>Es verhindert Schwarz-Weiß-Denken („Wenn ich Angst habe, war die Entscheidung falsch.“).</li>
<li>Es ermöglicht, mit Veränderungen besser umzugehen, ohne sich selbst unter Druck zu setzen.</li>
<li>Es beugt dysfunktionalen Kompensationsstrategien vor: Wer Widersprüche innerlich nicht aushalten kann, greift oft zu Vermeidungsverhalten – etwa indem unangenehme Gefühle verdrängt, kritische Gedanken verleugnet oder äußere Betäubungen wie Suchtverhalten eingesetzt werden. Ambiguitätstoleranz schafft hier Spielraum für bewusstes Erleben statt Abspaltung.</li>
<li>Gerade in weltanschaulichen Übergängen, wie dem Ausstieg aus einer Glaubensgemeinschaft oder der Auseinandersetzung mit widersprüchlichen Werten, ist diese Fähigkeit entscheidend: Sie macht es möglich, das Ambivalente zu würdigen, ohne es sofort auflösen zu müssen.</li>
</ul>
<h3>Warum fällt es vielen Menschen schwer, Ambiguitätstoleranz zu entwickeln?</h3>
<p>Ambiguität kann beängstigend sein. Unser Gehirn liebt klare Strukturen, weil sie uns ein Gefühl von Sicherheit geben. Gerade in Krisenzeiten oder wenn wir uns verletzlich fühlen, suchen wir nach Gewissheiten – einfache Antworten, klare Feindbilder, eindeutige Zugehörigkeiten.</p>
<h3>Gesellschaftliche Entwicklungen verstärken diesen Druck:</h3>
<ul>
<li>In einer Kultur der <strong>Selbstoptimierung</strong> gilt oft: Wer zweifelt, wirkt unentschlossen. Wer widersprüchlich fühlt, gilt als instabil. Ambivalenz wird als Schwäche gesehen, nicht als menschliche Tiefe.</li>
<li>Gleichzeitig wachsen Tendenzen zu <strong>Individualisierung und Verinselung</strong>: Jeder lebt in seiner eigenen Blase; sei es algorithmisch, sozial oder weltanschaulich. In solchen geschlossenen Räumen sinkt die Toleranz für andere Sichtweisen.</li>
<li><strong>Vielfalt</strong> wird zwar oberflächlich gefeiert, aber echte <strong>Meinungsvielfalt und Widerspruch</strong> fordern unser Selbstbild heraus und das kann schnell in Ablehnung, Rückzug oder Polarisierung kippen.</li>
<li>Zwischen <strong>Individualität</strong> und einem gefühlten Zwang zur eindeutigen Positionierung („Was bist du jetzt – dafür oder dagegen?“) geht oft das Dazwischen verloren.</li>
</ul>
<h3>Auch kulturelle und persönliche Faktoren spielen eine Rolle:</h3>
<ul>
<li>In manchen Kulturen wird Unsicherheit als normal akzeptiert („Man kann nie alles wissen“), in anderen als bedrohlich empfunden („Es gibt eine richtige und eine falsche Antwort“).</li>
<li>Wer in einem sehr kontrollierten oder rigiden Umfeld aufgewachsen ist, findet es oft schwer, Mehrdeutigkeit zu akzeptieren.</li>
<li>Menschen mit hoher psychischer Belastung neigen dazu, einfache, klare Antworten zu suchen, um sich innerlich zu beruhigen – was Ambiguität schwerer aushaltbar macht.</li>
</ul>
<h3>Kann man Ambiguitätstoleranz lernen?</h3>
<p>Ja, und das ist eine gute Nachricht! Ambiguitätstoleranz ist keine feste Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die man lernen und trainieren kann.</p>
<ol>
<li><strong>Akzeptieren, dass Unsicherheit normal ist</strong><br />
Das Leben ist nicht schwarz-weiß. Sich das bewusst zu machen, kann schon entlastend sein.</li>
<li><strong>Perspektivwechsel üben</strong><br />
Versuche, gezielt verschiedene Sichtweisen nachzuvollziehen – auch, wenn sie sich erst einmal unangenehm anfühlen.</li>
<li><strong>Aushalten, nicht sofort eine Antwort zu haben</strong><br />
Wenn eine Situation unklar ist, versuche bewusst, nicht sofort eine Lösung zu suchen.</li>
<li><strong>Reflexionsfragen stellen</strong></li>
</ol>
<ul>
<li>Gibt es auch eine andere Perspektive?</li>
<li>Muss ich wirklich sofort eine Antwort haben – oder kann ich das aushalten?</li>
</ul>
<ol start="5">
<li><strong>Humor nutzen</strong><br />
Menschen, die über sich selbst und Widersprüche lachen können, haben oft eine höhere Ambiguitätstoleranz.</li>
</ol>
<h3>Wann kann zu viel Ambiguitätstoleranz problematisch sein?</h3>
<p>Ambiguitätstoleranz ist eine wertvolle Fähigkeit, doch auch hier braucht es eine gesunde Balance. Wer Ambivalenz <em>nur</em> aushält, ohne jemals eine Richtung einzuschlagen, läuft Gefahr, sich selbst zu verlieren.</p>
<h3>Zu viel Ambiguitätstoleranz kann dazu führen:</h3>
<ul>
<li>dass man keine klare Haltung mehr entwickelt,</li>
<li>dass Entscheidungen chronisch aufgeschoben werden,</li>
<li>dass man sich ständig an andere anpasst, ohne sich selbst zu positionieren.</li>
</ul>
<h3>Beispiele aus der Beratungsrealität:</h3>
<ul>
<li><strong>Unentschieden im Ausstieg:</strong><br />
Eine Frau steckt seit Jahren in einer esoterisch geprägten Gruppe. Sie spürt Zweifel, fühlt sich unwohl, aber auch verbunden mit einzelnen Mitgliedern. Ihre Haltung: <em>„Es gibt doch überall Licht und Schatten.“</em> Obwohl ihr Umfeld sie warnt und sie selbst erste Einschränkungen erlebt, bleibt sie in der Ambivalenz stecken; aus Angst, ungerecht zu sein oder etwas zu verpassen.<br />
→ Hier verhindert übermäßige Toleranz gegenüber widersprüchlichen Gefühlen eine notwendige Abgrenzung.</li>
<li><strong>Keine eigene Meinung entwickeln:</strong><br />
Ein junger Mann, der aus einer fundamentalistisch geprägten Glaubensgemeinschaft ausgestiegen ist, meidet seither jede Diskussion über Religion. Er sagt: <em>„Ich kann alle Seiten irgendwo verstehen.“</em> Doch seine Unsicherheit wird zur Dauerhaltung; statt eine eigene spirituelle oder weltanschauliche Position zu entwickeln, bleibt er im Schwebezustand.<br />
→ Seine hohe Ambiguitätstoleranz schützt ihn vor erneuter Vereinnahmung, hindert ihn aber auch daran, einen neuen Standpunkt zu finden.</li>
<li><strong>Konfliktscheu aus Prinzip:</strong><br />
Eine Frau, deren Partner zunehmend in Verschwörungsnarrative abrutscht, will „nicht zu hart urteilen“ und versucht, Verständnis für seine Ängste zu haben. Sie sagt: <em>„Er hat halt seine Sicht, ich habe meine.“</em> Doch ihre ständige Rücksichtnahme führt dazu, dass sie sich selbst verleugnet und aus Angst vor Konflikt ihre eigenen Grenzen überschreitet.<br />
→ Hier wird Toleranz zur Selbstaufgabe.</li>
</ul>
<p>Es geht also nicht darum, keine Meinung zu haben oder alles endlos zu relativieren. Ambiguitätstoleranz heißt: Widersprüche <em>aushalten</em> zu können, aber auch irgendwann Klarheit zu finden, Entscheidungen zu treffen und sich selbst treu zu bleiben.</p>
<blockquote><p><strong>Fazit: Ambiguitätstoleranz macht uns freier</strong></p>
<p>Ambiguitätstoleranz bedeutet nicht, dass man keine Überzeugungen haben darf – sondern, dass man sie nicht braucht, um sich sicher zu fühlen.</p>
<p>Gerade in einer Welt voller unterschiedlicher Meinungen, Weltanschauungen und Veränderungen ist sie eine wertvolle Fähigkeit. Sie schützt uns vor Extremismus, verbessert unsere Kommunikation und macht uns psychisch stabiler.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Radikalisierung und Rechtsextremismus im Alter</title>
		<link>https://zebra-bw.com/podcast/radikalisierung-und-rechtsextremismus-im-alter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Zebra-BW.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2025 00:01:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Podcast]]></category>
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					<description><![CDATA[In dieser Folge sprechen wir mit Dennis Hebbelmann über die Ergebnisse der Studie RAGE-BW, bei der er selbst als Projektkoordinator mitgewirkt hat. Die Untersuchung liefert spannende Einblicke in das Themenfeld der radikalisierten älteren Menschen und sucht nach praktischen Ansätzen, wie wir gefährdete Menschen besser unterstützen können – denn Radikalisierte sind oftmals sowohl Täter*innen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1185.6px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_3 1_3 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:33.333333333333%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:5.76%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:5.76%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-image-element" style="--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);"><span class=" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none"><img decoding="async" width="300" height="325" title="zebra-bw.de-podcast-logo-5.jpg" src="https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/zebra-bw.de-podcast-logo-5.jpg.png" alt class="img-responsive wp-image-2604" srcset="https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/zebra-bw.de-podcast-logo-5.jpg-200x217.png 200w, https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/zebra-bw.de-podcast-logo-5.jpg.png 300w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, (max-width: 640px) 100vw, 300px" /></span></div></div></div><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_2_3 2_3 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:66.666666666667%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:2.88%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:2.88%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-2"><p>In dieser Folge sprechen wir mit <b><span data-contrast="auto">Dennis Hebbelmann</span></b><span data-contrast="auto"> über die Ergebnisse der Studie </span><b><span data-contrast="auto">RAGE-BW</span></b><span data-contrast="auto">, bei der er selbst als Projektkoordinator mitgewirkt hat. Die Untersuchung liefert spannende Einblicke in das Themenfeld der radikalisierten älteren Menschen und sucht nach praktischen Ansätzen, wie wir gefährdete Menschen besser unterstützen können – denn Radikalisierte sind oftmals sowohl Täter*innen als auch Opfer. Gemeinsam mit Dennis beleuchten wir die Fragen, inwiefern sich Radikalisierung im Alter von der Radikalisierung bei Jüngeren unterscheidet, welche Warnsignale es gibt &amp; wie Schutzfaktoren gefördert sowie Risikofaktoren einer Radikalisierung eingedämmt werden können. Zudem werden in der Folge gängige Stereotypen über ältere Menschen hinterfragt und ein Plädoyer für mehr Wertschätzung und Respekt gehalten.</span></p>
<ul>
<li>Weitere Infos zur RAGE-BW Studie: <a href="https://www.researchgate.net/publication/380733933_RAGE_BW_-Rechtsextremismus_im_Alter_als_Gefahr_fur_Engagement_und_Zusammenhalt_in_Baden-Wurttemberg_PROJEKTBERICHT">(PDF) RAGE BW -Rechtsextremismus im Alter als Gefahr für Engagement und Zusammenhalt in Baden-Württemberg PROJEKTBERICHT</a></li>
<li>Buch „Abgetaucht, radikalisiert, verloren? Die Generation 50+ im Sog der Filterblasen“:  <a href="https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/psychologie-psychotherapie-beratung/ratgeber-lebenshilfe/59601/abgetaucht-radikalisiert-verloren-die-generation-50-im-sog-der-filterblasen">Abgetaucht, radikalisiert, verloren? Die Generation 50+ im Sog der Filterblasen | Ratgeber Lebenshilfe | Psychologie / Psychotherapie / Beratung | Themen entdecken | Vandenhoeck &amp; Ruprecht Verlage</a></li>
</ul>
</div><div class="fusion-audio fusion-audio-1 dark-controls" style="--awb-progress-color:#ffffff;--awb-border-color:#000000;--awb-background-color:#ffc107;--awb-max-width:100%;--awb-border-size:2;--awb-border-top-left-radius:3px;--awb-border-top-right-radius:3px;--awb-border-bottom-right-radius:3px;--awb-border-bottom-left-radius:3px;"><audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-6556-1" preload="auto" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/Dennis_Hebbelmann.mp3?_=1" /><a href="https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/Dennis_Hebbelmann.mp3">https://zebra-bw.com/wp-content/uploads/Dennis_Hebbelmann.mp3</a></audio></div></div></div></div></div>
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